Ein Pfarrer zum Anfassen: Hermann Veeser, seit 25 Jahren in St. Barbara

'Ich würde mich wieder so entscheiden'.

Beim Festgottesdienst am 15. Februar 2004 zog Pfarrer Hermann Veeser nach nunmehr 25jähriger Seelsorgetätigkeit in St. Barbara eine rundum positive Bilanz.

In der vollbesetzten Kirche wollte sich Veeser in seiner Ansprache jedoch nicht lange mit einem Rückblick aufhalten.

Schwer und wunderbar gleichermaßen sei die priesterliche Arbeit an der 'Gemeindefront' gewesen, immer eingebettet in die Erfordernisse der jeweiligen Zeit.



All die Jahre habe er sich im besten Sinne des Wortes als 'Konservativer' verstanden. Denn: 'Nicht alles, was reformiert wurde und wird, ist automatisch auch gut.'
Bewahren, was sich bewährt hat - dies sei sein tragendes Leitmotiv im vergangenen Vierteljahrhundert gewesen.

So sei beispielsweise die Marienverehrung, die in Hofen traditionell nicht nur bei den zahlreichen Wallfahrtsgruppen eine wichtige Rolle spiele, für ihn als Pfarrer Selbstverständlichkeit und inneres Anliegen zugleich.

Als Hermann Josef Veeser am 11. Februar 1979 seinen Dienst in St. Barbara begann, löste er Pfarrer Johannes Barth nach dessen 21jähriger Amtszeit ab. Veeser, 1940 im oberschwäbischen Oberteuringen geboren, war zuvor als Kaplan in der Stuttgarter Kirchengemeinde St. Elisabeth tätig.

Als 41. Pfarrer leitet er seitdem die Geschicke von St. Barbara und ihren knapp 1700 Katholiken.

Vieles ist unter Veesers Ägide in der katholischen Kirchengemeinde erfolgreich angepackt worden:
Umfangreiche Renovierungsmaßnahmen an der Kirche, das 200-Jahr-Jubiläum des Kirchenbaus im Jahr 1984, der Neubau des Gemeindehauses 1996 um nur einiges zu nennen.

In einem Gruß- und Dankeswort zählte Elmar König, Zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderats, am Ende des Festgottesdienstes nicht nur die Verdienste von Pfarrer Veeser auf, sondern betonte auch:

'Ihre Gläubigkeit, Ihr stetes Bemühen um den Weiterbau unserer Gemeinde....suchen ebenso ihresgleichen, wie Ihre stets treffsichere Einhaltung und Umsetzung der Liturgie.'

Am Altar vorne, so König weiter, stünde eine Persönlichkeit, die auf sogenannte 'Showeffekte' verzichte.

Zu Veesers großem Erstaunen kündigte Elmar König ein ganz besonderes Präsent der Kirchengemeinde für ihren treuen Pfarrer an.
Und da man in Hofen 'gerne großzügig schenkt', wie König bemerkte, erhalte nun der Platz vor dem Gemeindehaus den Namen 'Hermann-Veeser-Platz'.

Unter dem Schild sind die zum facettenreichen Gemeindeleben von St. Barbara trefflich passenden Worte des Apostels Paulus verewigt:

'Wir bitten euch: Erkennt die unter euch an, die sich solche Mühe geben, euch im Namen des Herrn zu leiten und zum Rechten anzuhalten. Achtet sie hoch und liebt sie wegen ihres Wirkens untereinander. Haltet Frieden untereinander.'

Dem Festgottesdienst, in dem der Kirchenchor von St. Barbara unter anderem Kyrie, Sanctus und Agnus Dei aus der Festmesse in C-Dur/Opus 37 von Ernst Tittel sang, folgte ein ausgedehnter Festempfang im Gemeindehaus.

Vertreter von Gemeindegruppierungen und weltlichen Vereinen überbrachten dem Jubilar wohlformulierte Glückwünsche.

Auch die Pfarrer der Nachbargemeinden Steinhaldenfeld und Neugereut, Dr. Karl-Hanns Haas und Monsignore Joachim Schmitt, hatten sich unter die Gratulanten gemischt.

Und Hochwürden hatte seine Freude an den pfiffig-phantasievollen Geschenken:

Am prall gefüllte rotsamtenen Klingelbeutel,
am 'Wort -Bild - Album' mit herausragenden Momenten der vergangenen 25 Jahre,

am süßen Lollipop in swingenden Gesang verpackt..........

 

 

Am T-Shirt mit einer großen '25', ..........

 

 

und an der kunstvoll aus Holz gefertigten aufklappbaren Tafel mit den Namen der Hofener Pfarrer.

Ganz besonders berührten Hermann Veeser die Grüße aus dem afrikanischen Kampala.

In der Hauptstadt von Uganda befindet sich das Rubaga-Hospital, das die Kirchengemeinde St. Barbara schon sehr lange finanziell und ideell unterstützt - nicht zuletzt auch durch tatkräftige Hilfe Veesers, der sich vor einigen Jahren vor Ort ein Bild des vom Bürgerkrieg gebeutelten Landes machen konnte.

Gabriele Haas, Schwester der vor drei Jahren verstorbenen Stuttgarter Ärztin Rita Moser, deren Lebenswerk das Hospital war, verlas die sehr persönlich gehaltenen Glückwünsche von Mitarbeitern, Angestellten und Schwestern des Krankenhauses.

Wie lange wird der 63jährige noch seinen Dienst in Hofen verrichten?
Diplomatisch verkündete der Jubilar der Festgemeinde: 'Ein paar Jahre werden Sie mich vielleicht noch ertragen müssen.'
Einen ergänzenden Vorschlag hatte indes Egwin Straub parat, in Veesers ersten Hofener Jahren Zweiter KGR-Vorsitzender:
'Bleiben Sie so lange wie möglich hier Pfarrer. Das sichere Gehalt ist doch um einiges besser als die Perspektive einer unsicheren Rente'.

15. Februar 2004 Karin Lutz-Efinger