M M

An den Bushaltestellen in Stuttgart gibt es einen Windfang. Dieser ist ganz oben mit dem Namen der Haltestellen versehen. Und darunter sind wechselnde Werbungen zu sehen. So kann der/die Wartende sich informieren, was gerade beworben wird. Eine Haltestelle ist der Hauptfriedhof. Und ich finde diese Kombination dieses Namens und der wechselnden Werbungen für ganz besonders unterhaltsam. Denn dann steht dann geschrieben: Parship – jede fünf Minuten verliebt sich ein Mensch – Hauptfriedhof. Oder: Zalando – lecker essen – Hauptfriedhof. Oder: Schreib Dein Buch – Hauptfriedhof.

Und so werden attraktive Dinge immer mit der unausweichlichen Sterblichkeit kombiniert – und konfrontiert. Das erinnert mich an eine alte asketische Regel: M M = memento Mortis = denk an den Tod. Ein Dank an die Stuttgarter Verkehrsbetriebe, die mich so an mein Ende erinnern - und damit an das, was wirklich zählt.

Damit das Ganze aber nicht zu hoffnungslos wird, möchte ich dieses „MM“ mit zwei weiteren „MMs“ ergänzen.

  1. MM = Mutter Maria = Meine Mutter. Jesus hat sie uns bei seinem eigenen Sterben zur Mutter gegeben. Und wie sie ihren Ältesten treu begleitet hat bis in den Tod, so wird sie das mit ihren jüngeren Kindern tun.
  2. MM = Mein Meister = so heißt das hebräische Wort „Rabuni“, mit dem Maria von Magdala den Auferstandenen begrüßt hat, auf Deutsch. Jesus ist der Herr. Und er ist der Sieger. Und er hat den Tod besiegt. Mein Meister ist der Sieger. Auch über meinen Tod.

Und damit wir dies nicht vergessen, hat uns der liebe Gott ein Memento gegeben. Wenn wir in unsere Handflächen schauen, erkennen wir ein „M“. Da erinnert uns die eine Hand an den Meister, die andere Hand an die Mutter. Und das Beste ist: der liebe Vater im Himmel hat auch was in Seine Hände geschrieben. Meinen und Ihren Namen. Er ergreift unsere Hand mit seiner Hand - und führt uns ins gelobte Land.

Es grüßt Sie
Ihr „Handleser“

Ludwig-F. Mattes    

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