Maskenpflicht

Es gibt zurzeit viele Dinge, die es zuvor noch nicht gegeben hat. Die einmalig sind angesichts der Pandemie, die uns heimsucht. Eine davon ist die Maskenpflicht, die jetzt für bestimmte Orte und Situationen vorgeschrieben ist. Eine Frau wollte es besonders recht machen und trug diese Maske auch im Auto. Sehr zum Leidwesen eines diensttuenden Polizisten. Der sie sofort anhielt.  Der sie aber zum Glück nicht bestrafte, sondern nur verwarnte, weil das Gesicht des/der Fahrerin muss sichtbar sein, damit man bei einem Verkehrsdelikt, das photographiert wurde, den/die Schuldige/n heraus finden kann.

Für die strengen Muslimas jedoch ist die Maskenpflicht - gerade jetzt zum Beginn des Ramadan - ein Segen. Plötzlich sind sie keine Exotinnen mehr, sondern geradezu Mainstream.

Für mich als Rottweiler ist die Maskenpflicht wiederum auch etwas Altbekanntes, denn an den Fasnachtstagen ist es streng verboten, auf dem Zug ohne Maske, die hier Larve heißt, aufzutreten.

Doch wenn ich genau darüber nachdenke, ist die Maskenpflicht nichts Neues. Nicht nur für Rottweiler Narren oder strenge Muslimas.

Es hat eigentlich immer eine Maskenpflicht bei uns gegeben. Wo darf ich so sein, wie ich bin? Wo muss ich die Maske des Perfekten tragen? Wo die des ständig hoch Motivierten und Gutgelaunten? Wo muss ich was vorgaukeln, was ich gar nicht bin, um dem zu entsprechen, was „man“ von mir erwartet? Im Gegensatz zu der Rottweiler Maske - wo man einmal im Jahr die Wahrheit sagen darf -  braucht man diese, um zu täuschen oder gar zu lügen.

Von der kleinen heiligen Theresia gibt es ein Wort für ihren Umgang mit Gott. Es lautet:
„Vor Gott muss ich nicht lügen.“

Es ist ein wunderbares Zeugnis des Gottvertrauens. Gott kennt mich. Er sieht mich. Er liebt mich. So wie ich bin. Er weiß: Es gibt viel zu tun, bis das Bild, das er von mir hat, stimmt.

Aber er sendet ja den besten und größten Künstler: Seinen Heiligen Geist.

Ich brauche sozusagen nur Modell stehen und IHN wirken lassen.

Ich brauche mich nicht schminken. Oder gar operieren.

Mit der Heiligen Theresia können wir gerade in diesen stillen Tagen oft zu unserem Vater im Himmel gehen und sagen.
„Nimm mich wie ich bin - und mach mich - wie Du willst.

Es grüßt Sie

Ihr Pfarrer Ludwig-F. Mattes

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